Ein Baum spiegelt das Sein, er wandelt
sich, verändert stellt er sich selbst wieder her - und bleibt immer der gleiche
... (Weisheit der Ojibwa)
Regenbogenbrücke
Es gibt
einen Ort, der Regenbogenbrücke genannt wird. Dieser verbindet Erde und
Himmel. Verlässt uns ein geliebtes Tier, geht es an diesen ganz besonderen
Ort. Dort gibt es grüne Wiesen und Hügel für all unsere geliebten Freunde.
Dort spielen und toben sie zusammen. Es gibt reichlich zu essen und zu
trinken. Die Sonne scheint, und es ist angenehm warm.
All die kranken,
verstümmelten, verletzten oder alten Tiere sind wieder jung, gesund und
stark, gerade so, wie wir uns an sie in unseren Träumen von vergangen Tagen
erinnern. Sie sind fröhlich und zufrieden, bis auf eine kleine Sache: Jedes
vermisst jemand ganz Besonderen, der nicht bei ihm ist.
Alle rennen und spielen
zusammen. Aber es kommt ein Tag, an dem eines plötzlich inne hält und in die
Ferne schaut. Sein Körper bebt. Es löst sich von der Gruppe. Es fängt an zu
laufen. Seine Beine tragen es schneller und schneller.
Dein Freund hat dich
entdeckt, und wenn ihr euch endlich wieder trefft, seid ihr glücklich
vereint, um niemals wieder getrennt zu werden. Glückliche Küsse bedecken
Dein Gesicht, deine Hände streichen über den geliebten Kopf deines Tieres.
Du siehst wieder und wieder in die treuen Augen deines Freundes, der so
lange aus deinem Leben, aber nie aus deinem Herzen, verschwunden war.
Gemeinsam überquert ihr nun
die Brücke...
Warum?
Bitte Herr, ich möchte nicht
mehr verletzt werden. Wusstest du, dass ich nur wollte, dass du mich liebst
und dass du mir viel Lob und Zuneigung gibst?
Warum hast du mich
angeschrieen und angebrüllt als ich mich schlecht benahm? Manchmal hast du
mich auch misshandelt. Erinnere Dich, Du warst es, der beschloss mich nach
Hause nahm. Warum hast deine Meinung geändert, nachdem du mich von meiner
Mutter und meinen Geschwistern getrennt hast? War ich nicht mehr der
gleiche, weiche, liebenswerte und kuschelige Welpe? War es falsch von mir zu
erwarten, dass du meine neue Familie bist?
Als ich in dein Heim machte,
war ich nicht so dumm wie du brülltest.
Es war für mich einfach
natürlich überall und zu jederzeit irgendwo hinzumachen. Glaubst du wirklich
ich wollte versuchen dir zu missfallen? Ich verstand einfach nicht, was du
von mir erwartest. Kannst du dir vorstellen, wie gedemütigt und bedrückt ich
war, als du mein Gesicht in den Dreck gestoßen und mich hinausgeworfen hast?
Oder wie du mich quer durch das Zimmer getreten hast und mich einen blöden,
dummen Köter genannt hast? Ich habe, genau wie du, empfindliche und starke
Gefühle. Wie konnte ich wissen, dass deine neuen Stiefel kein Spielzeug
waren? Es war so langweilig ganz allein zu Hause zu sein und nichts zu tun
haben. Ich wollte nur etwas zum Spielen und zum darauf rumkauen. Wusstest
du, dass mein armer Körper mich noch Tage danach schmerzte? Und doch hast du
dich gewundert, warum ich wimmerte und bei jeder Berührung zurückschreckte.
An jenen kalten
Winternächten, an denen ich zitternd mit an das Glas gepresster Nase da stand
und leise wimmerte um hereingelassen zu werden, hast du mich einfach
ignoriert. Vor langer Zeit lernte ich nicht zu bellen. Ich fühle immer noch
deine Schläge auf meinen Kopf als du mich anschriest still zu sein. Dort
drin hast du gesessen, warm und gemütlich an deinem Feuer, hast Wein
getrunken und dein Lieblingsbuch gelesen. Oh, wie habe ich mich nach deiner
Gesellschaft gesehnt. Nur an deiner Seite zu liegen oder vielleicht
zusammengerollt zu deinen Füßen wo du mich ab und zu berühren konntest.
Konntest du nicht verstehen, dass ich deine Liebe und Zuneigung brauchte,
genau wie dir meine geben wollte? Vielleicht war es dir einfach egal.
Erinnerst du dich wie du dich
über meine Haare aufgeregt hast, mir gesagt hast, ich sei ein stinkender,
verwahrloster Hund? Glaubst du nicht, ich würde es geschätzt haben gebadet
und gebürstet zu werden? Mein Aussehen ist wichtig für mein
Selbstbewusstsein - genau wie für dich.
Du nahmst mich nicht einmal
mit, um Spaß zu haben. Immer wenn du in die Berge wandern gingst, ließest du
mich alleine Zuhause. Hast du dir nie gedacht, dass es mir gefallen würde zu
rennen und neue Sachen zu erkunden? Ich wäre schon glücklich gewesen, wenn
du nur Ball mit mir gespielt hättest. Aber nein, du hattest keine Zeit für
mich. Ich fühlte mich, als ob ich ein Mühlstein um deinen Hals wäre.
Wie würde es dir gefallen
allein zu leben, ohne Sozialkontakte, aus dreckigem Geschirr zu Essen und zu
Trinken? Kannst du mein Bett riechen? Es hätte schon vor Monaten gewaschen
werden müssen.
Nun sieh mich an! Erst 18
Monate und zum Sterben verurteilt. Sie sagen, dass ich unberechenbar bin,
dass ich gefährlich und bösartig sein könnte. Das ist nicht wahr! Ich bin
nicht so gemein wie sie sagen. Es ist nur, dass ich soviel Angst habe, dass
mir wieder wehgetan wird und dann ohne zu Denken reagiere. Später tut mir
mein Verhalten leid und ich bedauere dass ich mich nicht beherrschen kann.
Wenn nur jemand versuchen
würde mich zu verstehen und mir helfen würde meine Ängste zu überwinden! Ich
brauche nur jemand bei dem ich mich sicher fühlen kann, dem ich vertrauen
kann. Jemanden der mir vertrauen will. Ich habe mich innerlich nicht
verändert, ich bin immer noch der spass-liebende liebevolle Welpe, der ich
war. Ich brauche Hilfe, um diese Gefühle noch einmal ausdrücken zu können.
Mit den
Augen eines Wolfes
Seit den Zeiten, als nur
Sonne und Mond uns Licht gaben, kannte ich Dich. Aus den riesigen und
undurchdringlichen Wäldern heraus beobachtete ich Dich. Ich war Zeuge,
als Du das Feuer
bändigtest und fremdartige, neue Werkzeuge machtest.
Von den Kämmen der Hügel
und Berge aus sah ich Dich jagen und beneidete Dich um Deine
Jagderfolge. Ich fraß Deine Beutereste und Du fraßt meine Beutereste.
Ich lauschte Deinen
Gesängen und sah Deinen Schatten um die hellen Feuer tanzen. In einer
Zeit so weit zurück, daß ich mich kaum mehr erinnern kann, schlossen
sich einige von uns Dir an, um mit Dir an den Feuern zu sitzen. Sie
wurden Mitglieder Deines Rudels, jagten mit Dir, beschützten Deine
Welpen, halfen Dir, fürchteten Dich, liebten Dich.
Und für sehr lange Zeiten
lebten wir so zusammen, denn unsere Wesen waren sich sehr ähnlich.
Deswegen hast Du die Zahmen von uns adoptiert. Ich weiß, einige von Euch
respektieren auch mich, den Wilden. Ich bin ein guter Jäger. Auch ich
respektierte Dich. Auch Du warst ein guter Jäger. Ich sah Dich oft
gemeinsam mit den Zahmen Beute erlegen.
In jenen Zeiten gab es
alles im Überfluss. Es gab nur wenige von Euch. Die Wälder waren groß.
Wir heulten zusammen mit den Zahmen in der Nacht. Einige von ihnen
kehrten zu uns zurück, um mit uns zu jagen. Einige von ihnen fraßen wir,
denn sie waren uns zu fremd geworden. So lebten wir zusammen für lange,
lange Zeiten. Es war ein gutes Leben.
Manchmal stahl ich von
Deiner Beute, und Du stahlst von meiner Beute. Erinnerst Du Dich, wie
Dein Rudel hungerte, als der Schnee hoch lag? Du fraßt die Beute, die
wir erlegt hatten. Das war unser Spiel. Das war unsere gegenseitige
Schuld. Manche nannten es ein Versprechen.
Wie viele der Zahmen aber
wurdest auch Du uns immer fremder. Wir waren uns einst so ähnlich, aber
jetzt erkenne ich einige der Zahmen nicht mehr und ich erkenne auch
einige von Euch nicht mehr. Du machtest auch die Beute zahm. Als ich
begann, Deine zahme Beute zu jagen (es waren dumme Kreaturen, auf die
die Jagd keine Herausforderung war, aber die wilde Beute war
verschwunden), jagtest Du mich und ich verstand nicht, warum.
Als Deine Rudel immer
größer wurden und begannen, gegeneinander zu kämpfen, sah ich Eure
großen Kriege. Ich fraß jene, die Du erschlagen hattest. Dann jagtest Du
mich noch mehr, denn für mich waren sie Nahrung, aber DU hattest sie
getötet.
Wir Wilden sind nur noch
wenige. Du zerstörtest unsere Wälder und brachtest viele von uns um.
Aber ich jage immer noch und füttere meine versteckten Welpen, wie ich
es immer getan habe. Ich frage mich, ob die Zahmen eine weise Wahl
trafen, als sie sich Euch anschlossen. Sie haben den Geist der Wildnis
vergessen. Es gibt viele, viele von ihnen, aber sie sind mir so fremd.
Wir sind nur noch wenige und ich beobachte Dich immer noch, um Dir
auszuweichen.
Ich denke, ich kenne Dich nicht mehr länger.
Hundebabys zu verkaufen
Ein
Geschäftsinhaber hatte ein Schild über seine Tür genagelt, darauf war zu lesen:
Hundebabys zu verkaufen. Dieser Satz lockte Kinder an. Bald erschien ein kleiner
Junge und fragte: "Für wie viel verkaufen Sie die Babys?" Der Besitzer meinte
"zwischen 30 und 50 Dollar" Der kleine Junge griff in seine Hosentasche und zog
etwas Wechselgeld heraus "Ich habe 2,37 Dollar, kann ich sie mir anschauen?" Der
Besitzer grinste und pfiff. Aus der Hundehütte kam seine Hündin namens Lady, sie
rannte den Gang seines Geschäfts hinunter, gefolgt von fünf kleinen Hundebabys.
Eins davon war einzeln, ersichtlich weit hinter den Anderen. Sofort sah der
Junge den humpelnden Kleinen. Er fragte "Was fehlt diesem kleinen Hund?" Der
Mann erklärte, dass, als der Kleine geboren wurde, der Tierarzt meinte, er habe
ein kaputtes Gelenk und wird für den Rest seines Lebens humpeln. Der kleine
Junge, richtig aufgeregt, meinte "den kleinen Hund möchte ich kaufen". Der Mann
antwortete "nein, den kleinen Hund möchtest du nicht kaufen.
Wenn du ihn
wirklich möchtest, dann schenke ich ihn dir." Der kleine Junge war ganz
durcheinander. Er sah direkt in die Augen des Mannes und sagte "Ich möchte ihn
nicht geschenkt haben. haben. Er ist ganz genauso viel wert wie die anderen
Hunde und ich will für ihn den vollen Preis zahlen Ich gebe Ihnen jetzt die 2,37
Dollar und 50 Cents jeden Monat, bis ich ihn bezahlt habe." Der Mann entgegnete:
"du musst den Hund wirklich nicht bezahlen. Er wird niemals rennen, spielen und
hüpfen können wie die anderen kleinen Hunde" Der kleine Junge langte nach unten
und krempelte sein Hosenbein hinauf und zum Vorschein kam sein schlimm
verkrümmtes, verkrüppeltes linkes Bein, geschient mit einer dicken Metallstange.
Er sah zu dem Mann hinauf und sagte: " na ja, ich kann auch nicht so gut rennen
und der kleine Hund braucht jemanden, der Verständnis für ihn hat." Der Mann
biss sich auf seine Unterlippe. Tränen stiegen in seine Augen, er lächelte und
sagte:
"mein Sohn, ich hoffe und bete, dass jedes einzelne dieser Hundebabys einen
Besitzer wie dich haben wird." Im Leben kommt es nicht darauf an, wer Du bist;
sondern dass jemand dich dafür schätzt, was Du bist, Dich akzeptiert und liebt!